Die heidnischen Wurzeln des Faschismus

HARUN YAHYA

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Faschismus hat seine ideologischen Wurzeln in Europa. Seine Fundamente wurden im 19. Jahrhundert durch einige europäische Denker errichtet und im 20. Jahrhundert durch Länder wie Italien und Deutschland umgesetzt. Andere Länder, die sich den Faschismus als Ideologie angeeignet haben, importierten ihn aus Europa. Folglich muss man, um die Wurzeln des Faschismus zu verstehen, zunächst einmal die europäische Geschichte untersuchen. Die europäische Geschichte hat viele sehr verschiedene Stadien und Epochen. Sie lässt sich jedoch unter kulturellen Aspekten in drei grundsätzliche Phasen einteilen, und zwar

1. in die vorchristliche Phase,
2. in das Stadium der souveränen Christlichen Mehrheit in Europa, und
3. in die nachchristliche oder materialistische Phase.

Dass wir das letzte Stadium als „nachchristlich" charakterisieren, mag zunächst sonderbar erscheinen, weil auch heute noch das Christentum von einer überwältigenden Mehrheit akzeptiert wird. Jedoch haben in Europa sehr viele antichristliche Gedanken, vor allem die materialistische Philosophie, seit dem 19. Jahrhundert immer mehr an Einfluss gewonnen. Wenn wir diese 3 Phasen der europäischen Geschichte betrachten, sehen wir, das der Faschismus der 1. und 3. Phase zugeordnet werden kann. Das bedeutet, Faschismus ist als Teil einer heidnischen Kultur ins Leben gerufen, und später als Teil der materialistischen Kultur wieder geboren worden. In der über 1000 Jahre dauernden Periode, in der die Christliche Kultur Europa dominierte, gab es keine faschistischen Ideologien. Der Grund hierfür ist ganz einfach, das Christentum ist eine friedliche Religion, eine Religion, in der jeder Mensch gleich ist. Das Christentum, das Barmherzigkeit, Milde, Opferbereitschaft, Liebe und Bescheidenheit predigte, und versuchte, diese Werte in die Gesellschaft einzuführen, stand in vollkommenem Gegensatz zum Faschismus.

 

Faschisten in der heidnischen Welt

Grundlagen der vorchristlichen Kultur in Europa waren die heidnischen Glauben, also Religionen mit mehreren Göttern. Die Europäer glaubten, dass diese Götzen, die von ihnen angebetet wurden, ihnen in den verschiedensten Lebenslagen als Helfer und Wegweiser dienten. Die mächtigsten Götter waren wie in allen heidnischen Gesellschaften, die Kriegsgötter.

Der Grund für diese Dominanz der Kriegsgötter war, dass Gewalt in der heidnischen Kultur als heilig angesehen wurde. Heidnische Völker waren in ständiger Kriegsbereitschaft lebende Barbaren. Im Namen des Volkes zu töten und Blut zu vergießen wurde als heilige Pflicht angesehen. Jede Art von Gewalt und Grausamkeit fand in der heidnischen Welt ihre Legitimation. Eine moralische Institution, die die Anwendung von Gewalt verboten, oder zumindest für falsch erklärt hätte, gab es nicht. Selbst in Rom, dass man sich als zivilisiertesten Staat der heidnischen Welt vorstellte, gab es zur Volksbelustigung die Gladiatorenkämpfe, in denen Menschen zu tödlichen Kämpfen gezwungen wurden. Ein anderes Vergnügen bestand darin, zuzusehen, wie Menschen von Raubtieren zerfleischt wurden. All dies fand in öffentlichen Arenen statt. Viele römische Herrscher gingen allein wegen ihrer Grausamkeiten in die Geschichte ein. Nero zum Beispiel konnte die Macht erst an sich reißen, nachdem er seine Mutter, seine Frau, seinen Stiefbruder und zahllose andere Menschen umgebracht hatte. Christen wurden wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen, tausende andere Menschen wegen ihrer Religion gefoltert.
Zu der Zeit, als in Rom diese Kultur der Gewalt herrschte, waren die heidnischen Barbaren, die nördlich des römischen Reiches lebten, die Vandalen, Goten und Westgoten, noch weitaus grausamer. In der heidnischen Welt regierte nichts anderes als Gewalt. Probleme unter Anwendung von Gewalt zu lösen, erschien niemandem als unmoralisch, es existierte kein wie auch immer geartetes ethisch-moralisches Konzept. Das eindrucksvollste Beispiel der damaligen heidnischen Welt, das mit einem faschistischen System von heute vergleichbar wäre, war der griechische Stadtstaat Sparta.

 

SPARTA: Ein Modell für den Faschismus

Der griechische Stadtstaat Sparta war eine vollkommene Maschinerie des Kriegs und der Gewalt. Die Bürger wurden von klein auf als erbarmungslose Krieger abgerichtet. Lesen, Schreiben, Musik, Handwerk und Literatur galten als unwichtig. Diese spartanische „Kultur" sollte im 19. und 20. Jahrhundert eine Quelle der „Inspiration" für faschistische Ideologen werden.
Sparta, angeblich um 800 v.Chr. gegründet von Lykurgos, war ein Militärstaat, auf Gewalt und Kriegführung ausgerichtet. Es herrschte ein paramilitärisches Erziehungssystem. Der Staat hatte absolute Priorität vor dem Individuum und das Leben eines Menschen wurde ausschließlich nach dem Kriterium beurteilt, ob es dem Staat von Nutzen war oder nicht. Das Leben der gesund und kräftig geborenen Knaben wurde dem Staat gewidmet, Säuglinge die nicht robust genug schienen oder kränkelten, wurden in den Bergen ausgesetzt und dem Tod überlassen. Die Nationalsozialisten in Deutschland vertraten später unter dem Einfluss des Darwinismus ebenfalls die Meinung, dass für eine „gesunde und überlegene Rasse" die ungesunden vernichtet werden müssten. In Sparta war es die Pflicht der Eltern, die Erziehung der Knaben zu übernehmen, jedoch nur bis zu ihrem 7. Lebensjahr. Ab diesem Alter wurden Sie bis zu ihrem 12. Lebensjahr in 15-köpfigen Gruppen ausgebildet, und jene, die am erfolgreichsten waren, wurden als Führer ausgewählt. Sport hatte als Vorbereitung auf das Kriegshandwerk Vorrang vor allen anderen Fächern. Lesen und Schreiben galt als unwichtig, an Musik und Literatur zeigte man kein Interesse. Lieder zu singen, die von Gewalt handelten und den Krieg verherrlichten, war erlaubt. (Kinder, die ab dem 4. Lebensjahr unter Mussolinis und Hitlers faschistischen Regimen erzogen wurden, erhielten eine sehr ähnliche Erziehung wie die Kinder in Sparta.) Dass Faschismus keinen Wert legt auf Kunst, Literatur und Allgemeinbildung, ist ebenfalls eine Spartanische Tradition.

Unter all den Denkern, die Sparta bis heute detailliert interpretiert haben, kommt der berühmte griechische Philosoph Platon an erster Stelle. Obwohl Platon im demokratisch regierten Athen lebte, war er von Spartas faschistischem Regime fasziniert und führte in seinen Werken Sparta immer wieder als Modell für einen erstrebenswerten Staat an. Wegen dieser faschistischen Neigungen Platons schrieb Karl Popper, einer der führenden Denker des 20. Jahrhunderts in seinem berühmten Buch, The Open Society and Its Enemies (Die offene Gesellschaft und ihre Feinde) über Platon, dass er der erste Feind der offenen Gesellschaft ist und auch die erste Inspiration für alle unterdrückenden Regime dieser Welt. Das Platon die Babymorde in Sparta kühl verteidigte und auch der erste Vertreter des Euthanasie-Gedankens war, erklärt Popper folgendermaßen:

Platon: Der Feind der "offenen Gesellschaft"

Nach Platon war es sehr wichtig, dass die regierende Klasse sich selbst als eine überlegene Rasse fühlte. Als Platon sagte dass die „Rasse der Soldaten rein gehalten werden müsste", und somit die Baby-Morde rechtfertigte, entwickelte er die Argumentation der Rassisten, die seit damals behaupten, wir Menschen seien zwar bei der Paarung von Tieren besonders penibel, würden aber unsere eigene Rasse in dieser Hinsicht vernachlässigen. Baby-Mord war keine Athener Tradition. Platon sah, dass dies in Sparta unter dem Einfluss des Euthanasie-Gedankens geschah und schlussfolgerte, es handele sich hier um eine uralte Tradition, ergo erfülle sie einen sinnvollen Zweck und sei somit gut.(1) "Wenn ihr sie nicht auf diese Weise paart, denkt ihr nicht, dass die Rassen eurer Vögel oder Hunde in kürzester Zeit degeneriert werden?" fragt Platon, und kommt zu folgendem Schluss: "Dieses Prinzip ist auch für die Menschliche Rasse gültig". Das bedeutet also, die Rasseneigenschaften die wir von einem Soldaten oder einem Wächter erwarten, sind die selben Eigenschaften, die von einem Schäferhund erwartet werden. "Unsere kriegerischen Sportler... müssen aufgeweckt wie Wachhunde sein" sagt Platon, und fügt noch hinzu "wenn wir uns die natürlichen Tauglichkeiten vor Augen halten, die ein Wächter haben muss, gibt es keinen Unterschied, zwischen einem mutigen jungen Mann, und einem wohl genährten und gut dressierten Hund" [1]

Diese Ansichten Platons, der die Menschen als eine Tierart begriff und vorschlug, sie würde sich durch gezielte Paarung weiter entwickeln, wurde vom Darwinismus des 19. Jahrhunderts wieder aufgegriffen und von den Nazis im 20. Jahrhundert in die Praxis umgesetzt.

Als Platon das Spartanische Modell verteidigte, verteidigte er auch eine andere Ansicht des Faschismus, nämlich die, das die Gesellschaft durch staatliche Repressalien regiert werden sollte. Nach Platon musste dieser Druck den Alltag der Menschen dermaßen beherrschen, dass niemand in der Lage sein sollte, an etwas anderes ausser an die Interessen des Staates zu denken. Bereits am Anfang seines Buches zitiert Karl Popper Platon's unten aufgeführte Gedanken, eine klare Beschreibung der faschistischen Denkweise und der Dimension des heidnischen Faschismus:

„Das wichtigste Grundprinzip ist, dass ob Mann oder Frau, niemand ohne einen Führer sein darf. Und der „Wille" von niemandem darf sich je daran gewöhnen, etwas aus eigener Initiative zu unternehmen. Egal ob Krieg oder Frieden, er soll seine Augen auf seinen Führer richten und ihm getreulich folgen. Sogar bei den einfachsten Sachen soll er angeleitet werden. Zum Beispiel soll er nur dann aufstehen, irgendwo hingehen, sich waschen oder seine Mahlzeiten einnehmen, ...wenn dies ausdrücklich befohlen worden ist. Er muss so erzogen werden, dass er nicht einmal im Traum daran denken kann, unabhängig zu handeln, und ihm muss auch die Fähigkeit dies zu tun, vollständig entzogen werden. [2]

Mit diesen Ideen und ihrer praktischen Anwendung brachten Platon und Sparta die Grundeigenschaften des Faschismus hervor: Ein Verständnis, das Menschen als eine Tierart ansieht, ein Verständnis von fanatischem Rassismus, dass Krieg und Konflikt verherrlicht und dass die Gesellschaft durch Repressalien des Staates mit Methoden wie der Gehirnwäsche regiert werden sollte ...

 

Pharao: Der Antisemit gegen Moses

Ähnlich faschistische Systeme sah man auch in anderen heidnischen Gesellschaften. Das im alten Ägypten durch die Pharaonen errichtete System erinnert in so mancher Hinsicht an den Faschismus von Sparta. Die Ägyptischen Pharaonen hatten ebenfalls ein starker militärischer Disziplin unterliegendes Staatssystem errichtet, und benutzten dies um das eigene Volk zu unterdrücken. Der Pharao, der zu Moses' Zeiten Ägypten regierte, ist in den geschichtlichen Quellen als Ramses der II. bekannt. Ramses hatte mit einer Grausamkeit, die an die Baby-Morde in Sparta erinnert, alle jüdischen, männlichen Kinder ermorden lassen. Dies erinnert ebenso an das von Platon beschriebene faschistische System der Unterdrückung. Nachdem was Allah uns im Quran übermittelt, macht Ramses II folgende Aussage: ... Pharao sprach: "Ich zeige euch nur, was ich sehe, und will euch nur auf den richtigen Weg leiten." (Quran, 40:29) Seinen langjährigen Priestern, die seinen heidnischen Glauben ablehnten und zum einzig wahren Glauben von Moses übertraten, drohte er folgendes an: Pharao sprach: "Glaubt ihr an Ihn, bevor ich es euch erlaube? Ihr habt diese List in dieser Stadt ersonnen, um ihre Bewohner daraus zu vertreiben. Aber ihr werdet schon noch erfahren... Wahrlich, ich haue euch wechselseitig Hand und Fuß ab; dann kreuzige ich euch gewiss allesamt." (Quran, 7:123-124)

 

Der Niedergang des Faschismus Unter dem Einfluss der Werte des Monotheismus

Die Europa beherrschende heidnische Kultur ging, nachdem sich das Christentum während des 2. und 3. Jahrhunderts zuerst in Rom und anschließend in ganz Europa ausgebreitet hatte, stufenweise zurück und verschwand. Das Christentum brachte die von Jesus den Menschen übermittelten ethischen Grundwerte des rechten Glaubens in die Europäischen Gesellschaften. Europa, das zu jener Zeit aus zahlreichen Stämmen, Völkern und Stadtstaaten bestand, die sich ständig gegenseitig bekämpft hatten, erlebte eine grundlegende Veränderung:

1. Stammeskriege und Konflikte aufgrund von Rassenunterschieden fanden ein Ende: In der heidnischen Welt gab es zwischen den Rassen und zwischen allen Völkern und Stämmen Feindseligkeiten. Jeder sah den anderen als seinen Feind an und ständig lebten Sie im Krieg. Jede heidnische Gesellschaft hatte ihre eigenen Götter und Götzenbilder, in deren Namen sie Krieg führten. Mit der Ausbreitung des Christentums in Europa gab es nur noch einen Glauben, eine Kultur und sogar eine gemeinsame Sprache, und die Auseinandersetzungen der heidnischen Welt fanden ein Ende.

2. Anstelle von Hass und Gewalt wurden Frieden und Barmherzigkeit propagiert: Die heidnischen Gesellschaften sahen Blutvergießen, das Zufügen von Leid und Folter als ein legitimes Vorgehen an, um ihre Götzen zu befrieden. Mit dem Christentum lernten die Europäischen Gesellschaften, dass die Menschen auch ihren Feinden mit Liebe und Güte begegnen müssen und dass Blutvergießen in den Augen Gottes eine große Sünde ist.

3. Die Idee, der Mensch sei eine Tierart, verschwand aus den Köpfen der Menschen: Dass Platon die Spartanischen Krieger mit "Wachhunden" gleich stellte, war eine Ableitung aus dem "Animistischen" Glauben, welcher in heidnischen Gesellschaften sehr verbreitet war. Animismus bedeutet, dass man der Natur und den Tieren in der Natur eine Seele zuschrieb. Demzufolge gab es im Animismus keinen bedeutenden Unterschied zwischen Menschen, Tieren oder Pflanzen. Dieser Aberglaube verschwand ebenfalls mit der überlegenen Souveränität des Christlichen Glaubens und die europäischen Gesellschaften verstanden, dass die Menschen durch Gott eine Seele erhalten, mit den Tieren keine Gemeinsamkeiten haben und somit auch nicht deren Gesetzmäßigkeiten unterliegen können.

Die 3 geschilderten heidnischen Verhaltensweisen Rassismus, Blutvergießen und der Animismus sind die Hauptmerkmale des Faschismus. Das Christentum besiegte diese damalige Ausprägung des Faschismus in Europa. Im Nahen Osten wurde ein ähnlicher Sieg durch den Islam gegenüber den Arabischen Heiden errungen. Die Araber und andere Völker des Nahen Ostens und Mittelasiens besaßen vor Einzug des Islams ebenfalls kriegerische, blutvergießende und rassistische Kulturen. Auch der Kindesmord war bei den heidnischen Arabern Brauch, indem sie Mädchen lebendig begruben. Im Quran wird diese Grausamkeit folgendermaßen berichtet:

Und wenn das lebendig begrabene Mädchen gefragt wird, um welcher Schuld willen es getötet wurde. (Quran, 81:8-9)

Doch wenn einem von ihnen das, was er dem Erbarmer zuschreibt, angekündigt wird, wird er schwarz im Gesicht und er grollt: "Was! Eine, die unter lauter Schmuck aufgezogen wird und sich im Streit nicht behaupten kann?" (Quran, 43:17-18)

Die Araber und andere Völker im Nahen Osten und in Mittelasien erlangten, nachdem Sie durch den Islam bekehrt wurden, eine gemäßigte und zivilisierte Kultur, und befreiten sich von den grausamen Kriegen der Nomaden und fanden in der Gemeinschaft des Islam Behaglichkeit und Beständigkeit.

 

Der Moderne Faschismus: Die Rückkehr des Heidentums

Obwohl die heidnische Kultur in Europa durch das Christentum überwunden wurde, verschwand sie nicht vollständig. Verschiedene Europäische Denker waren im 16. und 17. Jahrhundert von den alten Schriften der Griechischen Denker wie Platon und Aristoteles so beeindruckt, dass sie begannen, die Begriffe der heidnischen Welt wieder in Europa einzuführen.


DIE JAKOBINERMÜTZEN: Symbolisierten die Einheit und Unteilbarkeit der nach der Französischen Revolution gegründeten Republik. Die sowohl auf diesem Bild, als auch auf vielen anderen Illustrationen der damaligen Zeit als Symbol der Revolution abgebildeten Jakobinermützen waren ein aus der heidnischen Welt übernommenes Symbol aus der Mithra (Sonnen) -Legende.
Die Wiedergeburt des Heidentums wurde mit der Französischen Revolution, die als politisches Ergebnis einer Befreiungsphilosophie angesehen wurde, deutlich. Die Jakobiner, die während der Zeit des blutigsten Terrors der Französischen Revolution regierten, eigneten sich ein neues Heidentum an und schürten großen Hass gegenüber dem Christentum. In den blutigsten Tagen der Revolution gab es infolge einer starken Propaganda der Jakobiner eine Welle von Austritten aus dem Christentum. Es wurde sogar anstelle des Christentums ein „Vernunftglaube" erfunden, der auf heidnischen Symbolen basierte. Dieser „Glaube der Revolution", der am ersten Jahrestag der Revolution, am 14. Juli 1790 zum ersten Mal auftauchte, verbreitete sich schnell. Der blutrünstige Führer der Jakobiner, Robespierre, fügte dem „Glauben der Revolution" neue Gebote hinzu und legte die Prinzipien dieses Glaubens in einem Pamphlet namens „Der Glaube an das höchste Wesen" dar. Ein obskures Ergebnis dieser Entwicklung war, dass man die berühmte Kirche „Notre Dame" in einen „Tempel der Vernunft" umwandelte. Die Christlichen Figuren und Statuen wurden abmontiert und in der Mitte der Kirche wurde eine Frauenstatue aufgestellt, die „Göttin der Vernunft" genannt wurde. Es wurde also ein heidnisches Götzenbild angebracht.

Die Affinität zum Heidentum wurde von den Revolutionären durch verschiedene Symbole ausgedrückt. Die Jakobinermützen beispielsweise, die von den revoltierenden Wächtern während der Französischen Revolution getragen und in sehr vielen Abbildungen und Illustrationen als das Symbol der Revolution dargestellt wurden, war ein aus der heidnischen Welt übernommenes Symbol der Mithra (Sonnen)-Legende. [3]

Diese neopaganistische Bewegung, die mit der Französischen Revolution begann, wurde durch Friedrich Nietzsche neu geformt und durch ihn in die Ideologie der Nationalsozialisten übertragen. Evolutionisten wie Charles Darwin, Francis Galton und Ernst Haeckel brachten mit der Verleugnung Gottes und der Darstellung des Lebens als "Überlebenskampf" und somit der Legitimation von Rassismus, eine angeblich wissenschaftliche Legitimation für dieses neu aufkommende Heidentum.

Der amerikanische Historiker Gene Edward Veith fasst diese Fakten in seinem Buch, Modern Fascism: Liquidating the Judeo-Christian Worldview (Moderner Faschismus: Die Liquidation der Jüdisch-Christlichen Weltanschauung) folgendermaßen zusammen: "Faschismus ist die Sehnsucht der modernen Welt nach dem Heidentum. Faschismus ist die Rebellion einer Kultur gegen Gott. [4]

 

Die Heidnischen Ideologien der Nazis

Die Nationalsozialisten haben sowohl in ihrer Gruppierungsphase, als auch während ihrer Regierungszeit nach 1933 immer das Heidentum verteidigt und versucht das deutsche Volk vom Christentum wegzureißen.

Nachdem Hitler die Macht an sich gerissen hatte, verschwanden nach und nach die heiligen Feste und Feiertage des Christentums und an ihre Stelle wurden die Feiertage des heidnischen Glaubens gesetzt. Bei Hochzeitszeremonien begann man wieder imaginäre Götzen wie "Mutter Erde" oder "Vater Himmel" anzubeten. 1935 wurde den Schülern in den Schulen verboten, Christliche Gebete aufzusagen und gleich danach wurden auch alle Schulfächer mit christlichem Inhalt aufgehoben.

Den Schülern wurde die angeblich „glorreiche deutsche Geschichte vor dem Einzug des Christentums" beigebracht, und überall in Nazi Deutschland wurden die von der heidnischen Kultur als Erbe hinterlassenen Feierlichkeiten und Zeremonien veranstaltet. Alle Versammlungen und Feierlichkeiten der Nazis sind einst klassische heidnische Rituale gewesen. Nazi-Veranstaltungen mit Slogans von Hass und Gewalt im Schatten brennender Fackeln, untermalt mit der heidnischen Musik Richard Wagners, schienen keinen Unterschied zu den vor tausenden von Jahren in Tempeln auf Opferaltären veranstalteten perversen heidnischen Zeremonien zu haben.

Die Nazis benutzten auch die Kunst, um das Heidentum wieder zum Leben zu erwecken. Nachdem die Nazis an die Macht gekommen waren, gewannen die alten griechischen Begriffe und Statuen in der Kunst eine erneute Popularität. Die Statuen, die meist kräftige Männer und Frauen der Arischen Rasse darstellten, wiesen große Ähnlichkeiten zu den alten griechischen Göttern auf. Hitler träumte davon, diese angeblichen "Herrenmenschen" deren Statuen er überall aufstellen ließ, mit Hilfe eugenischer Verfahren zu züchten, und durch sie eine unbarmherzige und tyrannische Weltherrschaft zu errichten, ähnlich der Tyrannei in der alten griechischen Stadt Sparta. Der von den Nazis benutzte Begriff "Das dritte Reich" war ein Ausdruck dieses Traums.

Das Resultat dieser Träume war ein Weltkrieg, wie ihn die Menschheit in einer solch grausamen und blutigen Art und Weise noch nie gesehen hatte, ein Krieg, in dem mehr als 55 Millionen Menschen sterben mussten, der II. Weltkrieg.

 


Nazi- Zeremonien, Kopien der antiken heidnischen Götzendienste.

Der Antisemitismus der Nazis: Ausdruck des Religionshasses

Der Grund für den psychopathischen Hass der Nazis den Juden gegenüber liegt in den bislang hier erläuterten religionsverachtenden heidnischen Ideologien.

Nach der Logik der Nazis haben die Deutschen, die früher eine kriegerische und heidnische Gesellschaft waren, diese Kultur mit der Verbreitung des Christentums verlassen. Das Christentum war für sie eine Folge des Judentums. Demnach sahen die gegenüber dem Christentum mit Hass erfüllten Nazis diese Religion als eine Art „Judenverschwörung" an. Für sie war es unvereinbar, das Jesus, der ein Prophet aus israelischer Abstammung war, von den Deutschen, die den Nazis als „Herrenrasse" galten, geliebt und verehrt wurde. Für die Nazis sollte nicht ein Prophet jüdischer Abstammung eine Leitfigur der Deutschen sein, sondern die grausamen und barbarischen Krieger aus heidnischer Vorzeit.

Die nazistische Ideologie interpretierte die Welt als Ort für kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der „Arischen" und der Semitischen Rasse. Nach der Ideologie der Nationalsozialisten waren die Angehörigen der Arischen Rasse die Avantgarde der indisch-europäischen Kultur, und die Semitische Rasse (Juden und Araber) waren Avantgarde der Mittelöstlichen Kultur. Die Grundeigenschaft der indisch-europäischen Kultur war, dass sie einen heidnischen, götzendienenden Glauben besaß. Aus diesen Gründen sahen sich die Nazis als die rechtmäßigen Erben einer heidnischen Kultur, und die Juden waren für sie eine feindliche Rasse weil sie einen Glauben auf der Welt verbreiteten, der genau im Gegensatz zum Heidentum stand, einen Glauben der Vereinigung, mit nur einem Gott.

In einem Werk mit dem Namen The Pink Swastika, das dieses Thema beinhaltet, fasst der Autor folgendermaßen zusammen:

Der Grund, dass die Nazis vor allem das jüdische Volk angriffen und zu vernichten versuchten, war der, dass die heiligen Schriften, Thora und Bibel, die Fundamente der Christlichen Moral darstellen. [5]

Den entarteten Glauben des Nazismus kann man auch in vielen anderen faschistischen Bewegungen beobachten. Auch heute noch gibt es sehr viele Neonazi Gruppierungen, die sich dem heidnischen Glauben verbunden fühlen, weil sie ihn als „den Glauben der Arischen Rasse" empfinden. In den Religionen, die sich auf göttliche Offenbarungen stützen, das Christentum, das Judentum und der Islam, sehen sie angebliche „Semitische Legenden und Mythen" und schüren ihnen gegenüber Hass und Feindseligkeit. Auch in der islamischen Welt gab es faschistische Neigungen die in Richtung dieser verdrehten Logik einen neuen Antisemitismus in Form von „Arabischer Feindseligkeit" hervorbringen wollten.

Die Offenbarungsreligionen sind nicht nur an die Semitische Rasse, sondern an alle Menschen auf der ganzen Welt gerichtet, und die erhoffte Rettung aller Menschen dieser Welt ist nur mit dem Glauben und mit dem Gehorsam gegenüber Gott möglich; Dass die Faschisten den Glauben, den Gott den Menschen sandte, verleugnet und sich dem entarteten heidnischen Glauben ihrer Vorfahren verbunden fühlt, ist dumm und töricht. Allah berichtet uns im Quran folgendermaßen über diese törichte Art Menschen, die blindlings dem „Glauben ihrer Ahnen" folgen:

Und wenn man zu ihnen spricht: Befolgt, was Allah herabgesandt hat, sprechen sie: Nein, wir befolgen, was wir bei unseren Vätern vorfanden. Wie? Obgleich ihre Väter nichts wussten und nicht geleitet waren? (Quran, 2:170)


Anmerkungen
1 - Karl R. Popper, The Open Society and Its Enemies, Vol I The Spell of Plato, London, Routledge & Kegan Paul, 1969, s. 51
2 - Karl R. Popper, The Open Society and Its Enemies, Vol I The Spell of Plato, London, Routledge & Kegan Paul, 1969, s. 7
3 - Michael Howard, The Occult Conspiracy, 1.b., London: Rider, 1989, s. 23
4 - Gene Edward Veith, Modern Fascism : Liquidating the Judeo-Christian Worldview, Concordia Publishing House; 1993,
5 - Scott Lively-Kevin E. Abrams, Pink Swastika, 1998, Vorwort, viii

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Diese Webseite basiert auf den Arbeiten von HARUN YAHYA, einem der führenden muslimischen Islamwissenschaftler unserer Zeit.